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Service · Fitting-Generalüberholung

Fitting-Generalüberholung

Zerlegen, im Ultraschall reinigen, Verschleißteile tauschen, Federdruck messen, mit kalibriertem Drehmoment wieder einbauen. Das Fitting ist das Bauteil, das zuerst müde wird – und das einzige, durch das die Reinigung hindurchmuss.

Ein ausgebautes Keg-Fitting in der Hand
Das Fitting ist das einzige Bauteil am Fass, durch das alles hindurchmuss: Reinigungsmittel, Gas, Bier.

Das Bauteil, an dem alles hängt

Der Fasskörper ist ein Stück Edelstahl. Er wird nicht müde. Das Fitting dagegen besteht aus Federn, Ventilen und Dichtungen, die jeden Umlauf mitmachen: Druck auf, Druck ab, heiße Lauge, kaltes Bier, Zapfkopf drauf, Zapfkopf ab.

Deshalb hat ein Fass zwei völlig verschiedene Verschleißkurven in sich. Der Körper hält Jahrzehnte, das Fitting ein paar Jahre. Wer beides gleich behandelt, tauscht entweder zu früh ganze Fässer aus oder zu spät die Dichtungen.

Die Reinigung läuft durch das Fitting.Ein müdes Fitting bedeutet nicht nur, dass Bier langsamer läuft. Es bedeutet, dass die CIP nicht mehr überall hinkommt.

Sechs Schritte

01

Ausbau und Eingangskontrolle

Das Fitting wird entnommen und auf sichtbare Beschädigungen geprüft: Korbfitting oder Flachfitting, Zustand des Gewindes, Zustand der Muffe im Fass.

02

Demontage und Vermessung

Vollständig zerlegt. Jedes Einzelteil wird gegen die Toleranzen geprüft. Was außerhalb liegt, wird ersetzt und nicht nachgearbeitet.

03

Ultraschallreinigung

Im Ultraschallbad mit biologisch abbaubaren Mitteln. Bierstein und Ablagerungen lösen sich dabei auch aus Geometrien, an die keine Bürste kommt – und genau dort sitzen sie.

04

Verschleißteile tauschen, Federn messen

Alle Dichtungen und Ventile werden ersetzt – nicht die auffälligen, sondern alle. Eine einzelne alte Dichtung im überholten Fitting macht den ganzen Aufwand zunichte. Federn behandeln wir anders: Sie laufen über eine Federprüfstation, die den Federdruck misst. Getauscht wird nur, was die Messung verlangt, und das ist selten – meist dann, wenn eine Feder mit Gewalt weiter zusammengedrückt wurde, als sie sollte.

05

Zusammenbau

Präzisionsmontage mit den passenden Werkzeugen. Fittings sind nicht handfest zu montieren, und Improvisation rächt sich hier zuverlässig.

06

Endprüfung und Wiedereinbau

Dichtheitsprüfung, dann Einbau ins Fass mit elektronisch geregeltem Drehmoment, bei uns rund 75 Nm. Kalibriert und reproduzierbar, nicht nach Gefühl.

Wiedereinbau. Gesetzt wird mit der Montagepistole, angezogen mit Adapter und Drehmomentschlüssel – nicht mit dem Demontageschlüssel und nie mit dem Schlagschrauber. Am Ende steht der Bodenabstand von 9 mm. Darstellung aus dem CAD-Modell.

Woher der Wert kommt

Öffentlich dokumentiert ist genau eine Zahl, und zwar als Untergrenze: Die Brewers Association empfiehlt in ihren Performance Guidelines for Refillable Kegs für gewindete Edelstahl-Steigrohre in Edelstahlfässern ein Mindestanzugsmoment von 540 in-lbs, also 61 Nm. Ein Sollwert oder eine Obergrenze steht dort nicht, und keiner der Fittinghersteller veröffentlicht öffentlich zugänglich einen eigenen Wert.

Unsere rund 75 Nm liegen bewusst darüber – weit genug, um die Streuung der Anlage abzudecken, und weit genug unter dem, was ein Muffengewinde nimmt.

Zu locker: Das Fitting sitzt nicht dicht, und die Verbindung trägt Lasten, für die sie nicht ausgelegt ist. Zu fest: Das Muffengewinde nimmt Schaden, und das ist die sicherheitskritische Verbindung zwischen Behälter und Ventil. Beides sieht man dem Fass von außen nicht an.

Wann ein Fitting fällig ist

Mehrere der großen Hersteller geben dieselbe Faustregel aus: Spätestens alle sieben Jahre gehört das Fitting überholt und die Dichtungen getauscht. Öffentlich nachlesbar ist dieser Rhythmus als Bedingung einer 30-Jahres-Garantie auf die Schweißnähte – und er deckt sich mit dem, was wir an der Werkbank sehen.

Sieben Jahre sind allerdings die Obergrenze für den Normalfall, nicht für jedes Fass. Zwei Belastungen verkürzen den Abstand deutlich:

Wärme

Das gefüllte Fass im Kammerpasteur

Auf dem üblichen Brauereiweg sieht das Fitting von der Pasteurisierung nichts: Das Bier wird vor der Abfüllung kurzzeiterhitzt, rund 72 °C für 15 bis 30 Sekunden, und kommt bereits behandelt ins Fass.

Anders bei Betrieben, die das gefüllte Fass in den Kammerpasteur fahren – Mostereien, Keltereien und Hersteller von Apfelwein tun das, um die Produktqualität über die ganze Charge gleichzuhalten. Dort geht die Armatur mit: mindestens 63 °C über rund eine halbe Stunde, und das bei jeder Füllung. Tunnelpasteurisierung kommt für Fässer nicht in Frage, sie ist auf Flaschen und Dosen zugeschnitten.

Und die 63 °C sind nicht das, was das Fitting sieht. Sie sind die Zieltemperatur im Produkt. Damit die Wärme in vertretbarer Zeit dort ankommt, fährt der Pasteur außen deutlich heißer. Fasswand und Armatur liegen während des Aufheizens weit über der Produkttemperatur, ohne die des Heizmediums ganz zu erreichen. Aus der Praxis ist uns von einer Brauerei berichtet worden, die kurzzeitig mit rund 120 °C aufheizt, um im Fass die 63 °C zu bekommen.

Das ist keine Übertreibung, sondern rechnet sich nach: Kammerpasteure werden mit Dampf beheizt, ein Anlagenbauer nennt dafür einen benötigten Dampfdruck von 0,5 bis 1 bar – und Sattdampf hat bei 1 bar Überdruck genau 120 °C.

Genau da wird es für die Dichtung eng. EPDM gibt es in zwei Vernetzungen, und die unterscheiden sich deutlich: schwefelvernetzt ist bis rund 120 °C einsetzbar, peroxidvernetzt bis etwa 150 °C, mit dem geringeren Druckverformungsrest und der besseren Beständigkeit gegen Heißwasser und Dampf. Wer mit 120 °C aufheizt, bewegt sich beim schwefelvernetzten Werkstoff also am oberen Rand.

In der Lebensmittel- und Getränketechnik ist die peroxidvernetzte Variante die übliche – sie ist es, die in den einschlägigen Zulassungen auftaucht. Ansehen kann man einer Dichtung das nicht. Wer pasteurisiert, sollte die Vernetzung deshalb im Datenblatt nachlesen und nicht im Katalogbild suchen.

Dazu kommt, dass Alterung mit der Temperatur nicht linear steigt, sondern exponentiell. Legt man die für EPDM veröffentlichte Aktivierungsenergie zugrunde, altert eine Dichtung bei 90 °C rund neunmal und bei 100 °C rund achtzehnmal so schnell wie bei 63 °C. Aus einer halben Stunde Wärme je Füllung wird damit ein Vielfaches an rechnerischer Belastung – und zusammen mit dem Temperaturwechsel und dem Druck, der im geschlossenen Fass beim Aufheizen entsteht, erklärt das die deutlich kürzeren Abstände bis zum Dichtungs- und Fittingtausch, die wir bei diesen Kunden sehen. Wer so arbeitet, sollte die sieben Jahre von vornherein nach unten korrigieren.

UV

Fässer, die draußen stehen

Dauernde Sonneneinstrahlung härtet die Oberfläche der Dichtung aus, bis sie rissig wird. EPDM ist gegen UV vergleichsweise unempfindlich – wenn dort trotzdem Risse zu sehen sind, stand das Fass lange und ungeschützt im Freien. Sobald die ersten Risse sichtbar sind, ist der Tausch nicht bald fällig, sondern jetzt. Wer Fässer über Monate nicht braucht, stellt sie besser trocken und überdacht ein, als sie im Hof stehen zu lassen.

Konkrete Anlässe, unabhängig vom Alter:

  • Das Fass zapft unruhig oder schäumt ohne erkennbaren Grund. Bevor Sie an der Schankanlage suchen, prüfen Sie das Ventil.
  • Nach dem Zapfkopf-Abziehen tropft es. Die Hauptdichtung ist müde.
  • Bierstein sitzt sichtbar im Steigrohr. Dann sitzt er auch dort, wo Sie nicht hinsehen können.
  • Das Fass hat lange gestanden. Elastomere altern auch ohne Betrieb, und sie tun es bei Wärme schneller.
  • Das Fitting wurde schon einmal mit Gewalt gelöst. Dann ist die Frage nicht ob, sondern wann.

Sie wissen nicht, welches Fitting im Fass sitzt?

Unser Zapfkopf-Finder führt 1.024 Brauereimarken aus dreizehn Ländern mit dem zugeordneten Fittingtyp – und schreibt an jede Zeile, wie gut sie belegt ist. Frei zugänglich, ohne Anmeldung. Brauerei nachschlagen

Welche Dichtungen wir einbauen

Ein Fitting ist ein abgestimmtes System aus Feder, Ventilsitz und Dichtung. Eine Dichtung aus der falschen Serie passt geometrisch und funktioniert trotzdem nicht richtig – deshalb bauen wir nichts ein, das nur ungefähr passt.

Was wir einbauen, sind zu einem großen Teil Dichtungen aus unserem eigenen Programm, abgestimmt auf die jeweilige Fittingbaureihe und vollständig kompatibel dazu. Das EPDM stammt von einem dänischen Hersteller. Sie sind günstiger als die Originalbauteile, und wir sind von ihnen überzeugt – sonst würden wir sie nicht verbauen und dabei unseren Ruf riskieren. Mehr zu diesem Programm.

Ein Detail am Rande: Der Hersteller, von dem wir beziehen, hat ursprünglich als Originalteilelieferant für mehrere der großen Fittingmarken gefertigt. Das ist unsere eigene Angabe aus der Lieferbeziehung; einen öffentlich zugänglichen Beleg dafür gibt es nicht.

Warum wir das Europalager für Aobaosi aufgebaut haben

Fittings und Dichtungen aus Fernost sind günstig, solange man Zeit hat. Hat man sie nicht – weil eine Charge fällig ist, weil die Waschanlage steht, weil der Kunde das Fass am Freitag braucht –, nützt der beste Einkaufspreis nichts.

Deshalb haben wir für Aobaosi ein eigenes Europalager aufgebaut. Die Ware liegt hier, nicht auf dem Wasser. Das ist der Unterschied zwischen einer Lieferzeit, die in Wochen gerechnet wird, und einer, die in Tagen gerechnet wird – bei denselben Teilen und ohne den Preis nach oben zu treiben. Günstig, verfügbar und schnell: Zwei davon bekommt man überall, alle drei zusammen nur mit Lagerbestand vor Ort.

Was daraus folgt: Ersatzteile in gängigen Baureihen sind ab Lager lieferbar, Musterteile gehen sofort raus, und größere Stückzahlen lassen sich planen, ohne den nächsten Container abzuwarten. Bestand und Lieferzeit fragen Sie am besten direkt an.

Eine Frage, die noch kaum jemand stellt

Auf den Gewinden mancher Fittings sitzt eine Gleitbeschichtung. Ein Teil dieser Beschichtungen gehört in die Stoffgruppe der per- und polyfluorierten Alkylverbindungen – PFAS. Das europäische Beschränkungsverfahren dazu läuft, und was am Ende darunterfällt, ist offen.

Die Gewindebeschichtung der AOBAOSI-Fittings ist PFAS-frei. Die Herstellererklärung für Ihre Lieferantenakte bekommen Sie auf Anfrage.

Fittings einschicken oder Fässer komplett

Wir überholen Fittings einzeln oder im Zuge einer Generalüberholung. Bei größeren Stückzahlen lohnt sich der zweite Weg fast immer.

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