Die eine Unterscheidung, die alles ordnet
Wer Fittings nach Ländern sortiert, kommt nicht weit. Wer sie nach Gehäuseform sortiert, auch nicht ganz. Die Ordnung, die trägt, steckt im Inneren:
Ein Ventil – Typ A und G
Ein einziger Ventilteller, der von einer Feder gegen den Sitz gedrückt wird. Der Zapfkopf drückt ihn auf, und derselbe Weg trägt Gas hinein und Bier heraus – getrennt nur durch die Geometrie von Steigrohr und Ringkanal.
Sechs Bauteile. Einfacher, weniger Verschleißstellen.
Zwei Ventile – Typ S, D und M
Ein eigenes Bierventil und ein eigenes CO₂-Ventil, jedes mit eigener Feder. Beide werden vom Zapfkopf getrennt aufgedrückt.
Sieben bis neun Bauteile. Aufwendiger, dafür getrennt geführte Wege – und zwei Federn, die altern.
Das ist keine Feinheit für Konstrukteure. Es entscheidet darüber, wie viele Verschleißteile bei einer Überholung getauscht werden, wie viele Federn ihre Kennlinie verlieren können, und wie ein Zapfkopf aufgebaut sein muss, damit er passt.
Das passende Werkzeug dazu
Der Zapfkopf-Finder beantwortet die Frage für 1.024 Marken aus dreizehn Ländern – und schreibt an jede Zeile, wie gut sie belegt ist. Frei zugänglich, ohne Anmeldung. Brauerei nachschlagen
Alle fünf nebeneinander
Die Maße stammen aus den Montagezeichnungen des Herstellers, dessen Vertrieb in Europa wir übernehmen – also aus Fertigungsunterlagen mit Toleranzangabe, nicht aus Katalogtexten.
| Typ | Bauart | Flansch Ø | Aufnahme | Körper Ø | Öffnung Ø | Ventile | Teile |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| A Flach | runder Flansch, flach | 74,5 ± 0,1 | 2″ × 14 TPI | 48,2 | 36,7 | 1 | 6 |
| S Korb | Korbbauart, kein Flansch | – | 2″ × 14 TPI | 48,1 | 19,3 | 2 | 9 |
| D Sankey | Korbbauart, verriegelt | 53,7 * | Sicherungsnasen | 50,2 | 38,9 | 2 | 8 |
| G Dreikant | dreilappiger Flansch, flach | 70 ± 0,1 | 2″ × 14 TPI | 48,2 | 36,7 | 1 | 6 |
| M Kombi | runder Flansch | 74,5 ± 0,1 | 2″ × 14 TPI | 48,2 | 31,8 | 2 | 7 |
Alle Angaben in Millimetern. * Beim Sankey ist 53,7 mm das Maß über die Sicherungsnasen, kein aufliegender Flansch – das Bauteil sitzt in der Muffe, nicht auf ihr. Der Korb misst bei A, S, D und G einheitlich 43,5 ± 0,1 mm; die Muffe verengt sich darunter auf 44,4 mm.
Der Blick von oben
Die Tabelle trennt die Typen über Maße. Am Fass trennt sie der Blick von oben – mehr sehen Sie vom eingebauten Fitting nicht. Die folgenden Aufnahmen stehen im selben Maßstab, die Perspektive ist herausgerechnet.

Dieselbe Bauart gibt es mit und ohne Sicherung. Der Unterschied steckt nicht in der Form, sondern im Zeichen.

Vor dem Ausbau: Fass drucklos machen
Ein Keg steht unter Druck, auch wenn es sich leer anfühlt. Erst entlasten, dann das Werkzeug ansetzen – ohne Ausnahme.
Und behandeln Sie jedes Fitting so, als hätte es keine Sicherung. Die Sicherungsnase kann abgeschert, ausgeschlagen oder absichtlich entfernt worden sein; von oben sieht man das nicht. Das Zeichen sagt, was der Hersteller verbaut hat. Es sagt nicht, was heute noch dran ist.
Passende Werkzeuge
Steigrohrlänge und Gewicht · Keg bestimmen · Zapfkopf-Finder
Vor dem Kürzen eines Steigrohrs, beim Bestimmen des Fasstyps und bei der Frage, welcher Zapfkopf passt.
Was daran auffällt: Vier der fünf Typen haben denselben Körperdurchmesser von rund 48 Millimetern und dieselbe Muffe. Sie unterscheiden sich oben – im Flansch, in der Öffnung für den Zapfkopf, in der Zahl der Ventile. Unten sind sie sich ähnlicher, als die getrennten Produktnamen vermuten lassen.
Zerlegt
Fünf Explosionsdarstellungen, gleicher Maßstab der Betrachtung. Von links nach rechts wächst die Teilezahl.
Aobaosi Fittings.
Der Befund, der eine alte Werkstattregel bestätigt
Wir schreiben seit Längerem, dass Flach- und Dreikantfitting innen baugleich sind. Das war bisher eine Werkstattbeobachtung. Die Stücklisten beweisen es jetzt.
| Position | Typ A | Typ G |
|---|---|---|
| Gehäuse | JM-AX-01-1 | JM-GX-01-1 |
| CO₂-Ventil | JM-AX-01-3 | JM-AX-01-3 |
| Federteller | JM-AX-01-4 | JM-AX-01-4 |
| Feder | JM-AX-01-5 | JM-AX-01-5 |
| Steigrohr | CJG-HJ-01 | CJG-HJ-01 |
| Dichtring | JM-AX-01-6 | JM-AX-01-6 |
Nur das Gehäuse unterscheidet sich – und auch das nur außen: rund beim A, dreilappig beim G. Der Rest ist dasselbe Teil mit derselben Nummer, bis hin zum Steigrohr.
Praktisch heißt das: Verschleißteile sind zwischen A und G austauschbar, Zapfköpfe nicht. Wer eine G-Flotte auf A umstellen will, tauscht das Gehäuse – Feder, Ventil, Rohr und Dichtung bleiben. Und wer Ersatzteile bevorratet, braucht für beide Typen nur einen Satz.
Der Jahrescode – ein Detail mit Folgen
Zwei der fünf Typen tragen etwas, das in keiner Übersicht auftaucht und das die wichtigste Wartungsfrage beantwortet.
Der Hersteller beschreibt sie ausdrücklich als Hilfsmittel für die vorbeugende Instandhaltung: Am Fitting selbst steht, aus welchem Jahr es stammt.
Warum das zählt: Der Branchenverband empfiehlt, Fitting und Steigrohr nach sieben bis acht Jahren generalüberholen zu lassen. Das ist die Angabe, die in der Praxis am häufigsten gerissen wird – nicht aus Nachlässigkeit, sondern weil niemand weiß, wie alt das Fitting im Fass ist. Der Behälter trägt ein Baujahr, das Fitting bisher nicht.
Ein Jahrescode am Fitting löst genau dieses Problem. Er verwandelt eine Schätzung in eine Ablesung – und macht aus „irgendwann fällig" ein Datum. Wer eine Flotte mit codierten Fittings fährt, kann die Überholung planen statt sie zu erleiden.
Bei den Fittings aus unserem eigenen Programm steht der Jahrescode auf der Dichtung selbst und ist dort direkt ablesbar. Damit lässt sich am ausgebauten Teil bestimmen, wann die Dichtung spätestens getauscht werden sollte – ohne Rückgriff auf Lieferpapiere oder Schätzungen.
Wie der Code bei Fittings anderer Herkunft aufgebaut ist und wo er dort sitzt, ist uns nicht bekannt.
Sechs Teile Stahl, zwei Teile Gummi
Über alle fünf Typen hinweg gilt dieselbe Werkstoffaufteilung, und sie erklärt etwas, das sonst wie Willkür aussieht.
Edelstahl 1.4301
Gehäuse, Kugel beziehungsweise Ventilteller, Federn, Federteller, Steigrohr, Sicherungsscheibe. Alles, was Kraft überträgt oder Form hält.
EPDM
CO₂-Ventil und Dichtring. Alles, was dicht hält – und nichts sonst.
Deshalb liegen die Reinigungsgrenzen, wo sie liegen
Dampf höchstens 135 °C und höchstens zwei Minuten. Lauge und Säure höchstens 80 °C, höchstens zehn Minuten, höchstens drei Prozent. Diese Werte wirken willkürlich, solange man den Stahl vor Augen hat – der hält sie mühelos aus.
Sie sind aber nicht für den Stahl gemacht. Sie sind für die zwei Gummiteile gemacht. Wer darüber fährt, zerstört von sechs bis neun Bauteilen genau die beiden, die dicht halten sollen – und bekommt ein Fitting zurück, das äußerlich einwandfrei aussieht und leckt.
Kurzporträts
Flachfitting – der Standard
Runder, flacher Flansch, ein Ventil, sechs Teile. In Deutschland, Österreich und weiten Teilen Europas der häufigste Typ – so häufig, dass der Handel ihn oft gar nicht mehr dazuschreibt.
Zu beachten: Es gibt eine Ausführung mit 68 statt 74,5 Millimetern, und die hat immer Linksgewinde. Beide Merkmale treten nur gemeinsam auf. Weil 68 spürbar unter dem eigenen Standard liegt, wird sie beim groben Messen falsch einsortiert.
Korbfitting – das teilereichste
Neun Bauteile, zwei Ventile, zwei Federn, dazu ein eigener Bierclip. Kein Flansch – das Fitting sitzt in der Muffe. Verbreitet in Belgien, den Niederlanden und Teilen Frankreichs; in Tschechien führt es nach Volumen, weil die großen Marken darauf stehen.
Zu beachten: Die Sicherungsvariante steht am Nocken – keine Marke, „III", „R" oder „S". Die Varianten brauchen unterschiedliche Dichtungen. Wer das übersieht, bestellt den falschen Satz.
Sankey – der Fremdkörper in jeder Tabelle
Acht Teile, zwei Ventile, eine Kugel statt eines Tellers am Bierweg. Und die einzige Bauart, die nicht in eine Gehäusetabelle passt: Sie sitzt in der Muffe und wird über Sicherungsnasen gehalten oder eingeschraubt. Verbreitet in Nordamerika, Großbritannien und international bei Exportgebinden.
Zu beachten: Ein Fass mit gewindeloser Muffe nimmt kein Standardfitting an, egal welchen Typs. Da hilft nur der Muffenumbau – ein Eingriff am Fass, kein Teiletausch. Das Datenblatt nennt außerdem eine integrierte Entgasungsfunktion als Sicherheitsmerkmal.
Dreikantfitting – innen ein A
Dreilappiger Flansch, 70 Millimeter, ein Ventil, sechs Teile – fünf davon mit denselben Teilenummern wie beim Flachfitting. Die verbreitete Zuschreibung „Typ G ist britisch" hält der Prüfung nicht stand: Belegt haben wir ihn in Großbritannien, Österreich, im Baltikum und genau einmal in Deutschland.
Zu beachten: Trägt einen Jahrescode.
Kombifitting – runder Flansch, zwei Ventile
Sieben Teile, Kugel am Bierweg, runder Flansch mit 74,5 Millimetern – dasselbe Maß wie beim Flachfitting. Verbreitet in Polen und Tschechien, in Deutschland punktuell.
Zu beachten: Weil Flach- und Kombifitting dasselbe Gehäusemaß tragen, entscheidet hier nicht der Messschieber, sondern der Blick von oben: Beim Kombifitting sitzt unter dem CO₂-Ventil der Dichtung ein vertieftes, kugelförmiges Gegenstück aus Edelstahl; beim Flachfitting liegt die Stirnfläche des Steigrohrs nahezu bündig in der Dichtung. Und: Trägt einen Jahrescode.
Kurz gefasst
Die fünf Typen unterscheiden sich oben, nicht unten. Körper und Muffe sind sich ähnlich; Flansch, Öffnung und Ventilzahl trennen sie. Wer bestimmen will, misst zuerst den Flansch und sieht dann auf die Form – und wenn über der Muffe nichts steht, ist es ein Sankey.
Und der Satz, der über die Lebensdauer entscheidet, hat mit Maßen gar nichts zu tun: In jedem dieser Fittings sitzen zwei Gummiteile, und die setzen alle Grenzen.
Newsletter
Neue Fachbeiträge, sobald sie fertig sind
Etwa einmal im Monat: neue Beiträge, neue Rechner, was sich an Normen und Verpackungsrecht bewegt – und Angebote aus unserem Programm.

