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Blog · Fittings

Die fünf Fittingtypen, endlich erklärt

A, S, D, G und M werden überall genannt und nirgends auseinandergehalten. Hier stehen sie nebeneinander – mit Maßen aus den Herstellerzeichnungen, vollständigen Stücklisten und zwei Befunden, die gängige Angaben aus dem Handel korrigieren.

Die fünf Fittingtypen nebeneinander: A, S, D, G und M, freigestellte Aufnahmen
Die fünf Typen nebeneinander, von links A, S, D, G und M. Die Köpfe sind maßstäblich nach dem größten in dieser Ansicht sichtbaren Durchmesser skaliert: 74,5 · 50,8 · 50,8 · 70 · 74,5 mm. Beim Typ D liegen die Sicherungsnasen, die auf 53,7 mm führen, verdeckt. Die Steigrohrlängen sind nicht maßstäblich – die richten sich nach der Fasshöhe.

Die eine Unterscheidung, die alles ordnet

Wer Fittings nach Ländern sortiert, kommt nicht weit. Wer sie nach Gehäuseform sortiert, auch nicht ganz. Die Ordnung, die trägt, steckt im Inneren:

Ein Ventil – Typ A und G

Ein einziger Ventilteller, der von einer Feder gegen den Sitz gedrückt wird. Der Zapfkopf drückt ihn auf, und derselbe Weg trägt Gas hinein und Bier heraus – getrennt nur durch die Geometrie von Steigrohr und Ringkanal.

Sechs Bauteile. Einfacher, weniger Verschleißstellen.

Zwei Ventile – Typ S, D und M

Ein eigenes Bierventil und ein eigenes CO₂-Ventil, jedes mit eigener Feder. Beide werden vom Zapfkopf getrennt aufgedrückt.

Sieben bis neun Bauteile. Aufwendiger, dafür getrennt geführte Wege – und zwei Federn, die altern.

Das ist keine Feinheit für Konstrukteure. Es entscheidet darüber, wie viele Verschleißteile bei einer Überholung getauscht werden, wie viele Federn ihre Kennlinie verlieren können, und wie ein Zapfkopf aufgebaut sein muss, damit er passt.

Das passende Werkzeug dazu

Der Zapfkopf-Finder beantwortet die Frage für 1.024 Marken aus dreizehn Ländern – und schreibt an jede Zeile, wie gut sie belegt ist. Frei zugänglich, ohne Anmeldung. Brauerei nachschlagen

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Alle fünf nebeneinander

Die Maße stammen aus den Montagezeichnungen des Herstellers, dessen Vertrieb in Europa wir übernehmen – also aus Fertigungsunterlagen mit Toleranzangabe, nicht aus Katalogtexten.

TypBauartFlansch ØAufnahmeKörper ØÖffnung ØVentileTeile
A
Flach
runder Flansch, flach74,5 ± 0,12″ × 14 TPI48,236,716
S
Korb
Korbbauart, kein Flansch–2″ × 14 TPI48,119,329
D
Sankey
Korbbauart, verriegelt53,7 *Sicherungsnasen50,238,928
G
Dreikant
dreilappiger Flansch, flach70 ± 0,12″ × 14 TPI48,236,716
M
Kombi
runder Flansch74,5 ± 0,12″ × 14 TPI48,231,827

Alle Angaben in Millimetern. * Beim Sankey ist 53,7 mm das Maß über die Sicherungsnasen, kein aufliegender Flansch – das Bauteil sitzt in der Muffe, nicht auf ihr. Der Korb misst bei A, S, D und G einheitlich 43,5 ± 0,1 mm; die Muffe verengt sich darunter auf 44,4 mm.

Der Blick von oben

Die Tabelle trennt die Typen über Maße. Am Fass trennt sie der Blick von oben – mehr sehen Sie vom eingebauten Fitting nicht. Die folgenden Aufnahmen stehen im selben Maßstab, die Perspektive ist herausgerechnet.

Draufsicht auf fünf Keg-Fittings: Flachfitting A, Korbfitting S, Draftfitting D, Dreikantfitting G und Kombifitting M im selben Maßstab, Sicherungszeichen rot markiert
Draufsicht auf fünf Fittingtypen, alle im selben Maßstab. Bezugsmaße wie in der Tabelle darüber: 74,5 mm über den runden Flansch, 70 mm über den dreilappigen, 50,8 mm über das Gewinde beim Korbfitting, 53,7 mm über die Sicherungsnasen beim Draftfitting. Der rote Kreis markiert das Sicherungszeichen: beim Flach- und Dreikantfitting das aufgelaserte Dreieck und die Striche außen am Gehäuse, beim Korb- und Draftfitting das in die Nocke geschlagene „S“.

Dieselbe Bauart gibt es mit und ohne Sicherung. Der Unterschied steckt nicht in der Form, sondern im Zeichen.

Dreikantfitting und Korbfitting je einmal mit und einmal ohne Sicherungszeichen
Links jeweils die Ausführung mit Sicherungszeichen, rechts dieselbe Bauart ohne. Aufnahmen aus dem eigenen Bestand.

Vor dem Ausbau: Fass drucklos machen

Ein Keg steht unter Druck, auch wenn es sich leer anfühlt. Erst entlasten, dann das Werkzeug ansetzen – ohne Ausnahme.

Und behandeln Sie jedes Fitting so, als hätte es keine Sicherung. Die Sicherungsnase kann abgeschert, ausgeschlagen oder absichtlich entfernt worden sein; von oben sieht man das nicht. Das Zeichen sagt, was der Hersteller verbaut hat. Es sagt nicht, was heute noch dran ist.

Passende Werkzeuge

Steigrohrlänge und Gewicht · Keg bestimmen · Zapfkopf-Finder

Vor dem Kürzen eines Steigrohrs, beim Bestimmen des Fasstyps und bei der Frage, welcher Zapfkopf passt.

Was daran auffällt: Vier der fünf Typen haben denselben Körperdurchmesser von rund 48 Millimetern und dieselbe Muffe. Sie unterscheiden sich oben – im Flansch, in der Öffnung für den Zapfkopf, in der Zahl der Ventile. Unten sind sie sich ähnlicher, als die getrennten Produktnamen vermuten lassen.

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Zerlegt

Fünf Explosionsdarstellungen, gleicher Maßstab der Betrachtung. Von links nach rechts wächst die Teilezahl.

Explosionsdarstellung Flachfitting Typ A
A · Flach6 Teile · 1 Ventil
Explosionsdarstellung Dreikantfitting Typ G
G · Dreikant6 Teile · 1 Ventil
Explosionsdarstellung Kombifitting Typ M
M · Kombi7 Teile · 2 Ventile
Explosionsdarstellung Sankey-Fitting Typ D
D · Sankey8 Teile · 2 Ventile
Explosionsdarstellung Korbfitting Typ S
S · Korb9 Teile · 2 Ventile

Aobaosi Fittings.

03

Der Befund, der eine alte Werkstattregel bestätigt

Wir schreiben seit Längerem, dass Flach- und Dreikantfitting innen baugleich sind. Das war bisher eine Werkstattbeobachtung. Die Stücklisten beweisen es jetzt.

PositionTyp ATyp G
GehäuseJM-AX-01-1JM-GX-01-1
CO₂-VentilJM-AX-01-3JM-AX-01-3
FedertellerJM-AX-01-4JM-AX-01-4
FederJM-AX-01-5JM-AX-01-5
SteigrohrCJG-HJ-01CJG-HJ-01
DichtringJM-AX-01-6JM-AX-01-6
Fünf von sechs Teilenummern sind identischbelegt

Nur das Gehäuse unterscheidet sich – und auch das nur außen: rund beim A, dreilappig beim G. Der Rest ist dasselbe Teil mit derselben Nummer, bis hin zum Steigrohr.

Praktisch heißt das: Verschleißteile sind zwischen A und G austauschbar, Zapfköpfe nicht. Wer eine G-Flotte auf A umstellen will, tauscht das Gehäuse – Feder, Ventil, Rohr und Dichtung bleiben. Und wer Ersatzteile bevorratet, braucht für beide Typen nur einen Satz.

04

Der Jahrescode – ein Detail mit Folgen

Zwei der fünf Typen tragen etwas, das in keiner Übersicht auftaucht und das die wichtigste Wartungsfrage beantwortet.

Typ G und Typ M haben eine JahrescodierungHerstellerangabe

Der Hersteller beschreibt sie ausdrücklich als Hilfsmittel für die vorbeugende Instandhaltung: Am Fitting selbst steht, aus welchem Jahr es stammt.

Warum das zählt: Der Branchenverband empfiehlt, Fitting und Steigrohr nach sieben bis acht Jahren generalüberholen zu lassen. Das ist die Angabe, die in der Praxis am häufigsten gerissen wird – nicht aus Nachlässigkeit, sondern weil niemand weiß, wie alt das Fitting im Fass ist. Der Behälter trägt ein Baujahr, das Fitting bisher nicht.

Ein Jahrescode am Fitting löst genau dieses Problem. Er verwandelt eine Schätzung in eine Ablesung – und macht aus „irgendwann fällig" ein Datum. Wer eine Flotte mit codierten Fittings fährt, kann die Überholung planen statt sie zu erleiden.

Bei den Fittings aus unserem eigenen Programm steht der Jahrescode auf der Dichtung selbst und ist dort direkt ablesbar. Damit lässt sich am ausgebauten Teil bestimmen, wann die Dichtung spätestens getauscht werden sollte – ohne Rückgriff auf Lieferpapiere oder Schätzungen.

Wie der Code bei Fittings anderer Herkunft aufgebaut ist und wo er dort sitzt, ist uns nicht bekannt.

05

Sechs Teile Stahl, zwei Teile Gummi

Über alle fünf Typen hinweg gilt dieselbe Werkstoffaufteilung, und sie erklärt etwas, das sonst wie Willkür aussieht.

Edelstahl 1.4301

Gehäuse, Kugel beziehungsweise Ventilteller, Federn, Federteller, Steigrohr, Sicherungsscheibe. Alles, was Kraft überträgt oder Form hält.

EPDM

CO₂-Ventil und Dichtring. Alles, was dicht hält – und nichts sonst.

Deshalb liegen die Reinigungsgrenzen, wo sie liegen

Dampf höchstens 135 °C und höchstens zwei Minuten. Lauge und Säure höchstens 80 °C, höchstens zehn Minuten, höchstens drei Prozent. Diese Werte wirken willkürlich, solange man den Stahl vor Augen hat – der hält sie mühelos aus.

Sie sind aber nicht für den Stahl gemacht. Sie sind für die zwei Gummiteile gemacht. Wer darüber fährt, zerstört von sechs bis neun Bauteilen genau die beiden, die dicht halten sollen – und bekommt ein Fitting zurück, das äußerlich einwandfrei aussieht und leckt.

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Kurzporträts

A

Flachfitting – der Standard

Runder, flacher Flansch, ein Ventil, sechs Teile. In Deutschland, Österreich und weiten Teilen Europas der häufigste Typ – so häufig, dass der Handel ihn oft gar nicht mehr dazuschreibt.

Zu beachten: Es gibt eine Ausführung mit 68 statt 74,5 Millimetern, und die hat immer Linksgewinde. Beide Merkmale treten nur gemeinsam auf. Weil 68 spürbar unter dem eigenen Standard liegt, wird sie beim groben Messen falsch einsortiert.

S

Korbfitting – das teilereichste

Neun Bauteile, zwei Ventile, zwei Federn, dazu ein eigener Bierclip. Kein Flansch – das Fitting sitzt in der Muffe. Verbreitet in Belgien, den Niederlanden und Teilen Frankreichs; in Tschechien führt es nach Volumen, weil die großen Marken darauf stehen.

Zu beachten: Die Sicherungsvariante steht am Nocken – keine Marke, „III", „R" oder „S". Die Varianten brauchen unterschiedliche Dichtungen. Wer das übersieht, bestellt den falschen Satz.

D

Sankey – der Fremdkörper in jeder Tabelle

Acht Teile, zwei Ventile, eine Kugel statt eines Tellers am Bierweg. Und die einzige Bauart, die nicht in eine Gehäusetabelle passt: Sie sitzt in der Muffe und wird über Sicherungsnasen gehalten oder eingeschraubt. Verbreitet in Nordamerika, Großbritannien und international bei Exportgebinden.

Zu beachten: Ein Fass mit gewindeloser Muffe nimmt kein Standardfitting an, egal welchen Typs. Da hilft nur der Muffenumbau – ein Eingriff am Fass, kein Teiletausch. Das Datenblatt nennt außerdem eine integrierte Entgasungsfunktion als Sicherheitsmerkmal.

G

Dreikantfitting – innen ein A

Dreilappiger Flansch, 70 Millimeter, ein Ventil, sechs Teile – fünf davon mit denselben Teilenummern wie beim Flachfitting. Die verbreitete Zuschreibung „Typ G ist britisch" hält der Prüfung nicht stand: Belegt haben wir ihn in Großbritannien, Österreich, im Baltikum und genau einmal in Deutschland.

Zu beachten: Trägt einen Jahrescode.

M

Kombifitting – runder Flansch, zwei Ventile

Sieben Teile, Kugel am Bierweg, runder Flansch mit 74,5 Millimetern – dasselbe Maß wie beim Flachfitting. Verbreitet in Polen und Tschechien, in Deutschland punktuell.

Zu beachten: Weil Flach- und Kombifitting dasselbe Gehäusemaß tragen, entscheidet hier nicht der Messschieber, sondern der Blick von oben: Beim Kombifitting sitzt unter dem CO₂-Ventil der Dichtung ein vertieftes, kugelförmiges Gegenstück aus Edelstahl; beim Flachfitting liegt die Stirnfläche des Steigrohrs nahezu bündig in der Dichtung. Und: Trägt einen Jahrescode.

Kurz gefasst

Die fünf Typen unterscheiden sich oben, nicht unten. Körper und Muffe sind sich ähnlich; Flansch, Öffnung und Ventilzahl trennen sie. Wer bestimmen will, misst zuerst den Flansch und sieht dann auf die Form – und wenn über der Muffe nichts steht, ist es ein Sankey.

Und der Satz, der über die Lebensdauer entscheidet, hat mit Maßen gar nichts zu tun: In jedem dieser Fittings sitzen zwei Gummiteile, und die setzen alle Grenzen.

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