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Ersatzteile
Dichtungen, Federn, Sicherungsringe, Ventile. Die Teile, die verschleißen – und die entscheiden, ob ein Fitting überholt oder ersetzt wird.
Was tatsächlich verschleißt
Der Behälter hält Jahrzehnte, das Fitting nicht. Es wird bei jedem Umlauf angekuppelt, durchströmt, mit heißer Lauge gespült und mit Dampf beaufschlagt. Der Branchenverband empfiehlt deshalb, Fitting und Steigrohr nach sieben bis acht Jahren zu überholen – bei ruppigem Umgang früher.
Die vier Teile, die dabei getauscht werden
- Sicherungsringe – bei den gewindelosen Systemen. Grundsätzlich neu, immer, ohne Ausnahme. Ein wiederverwendeter Ring ist die billigste Art, einen Arbeitsunfall zu bauen.
- Dichtungen und O-Ringe. Vor dem Einbau benetzen – ein trocken eingebauter Dichtring ist eine der häufigsten Ursachen für Lecks an der Muffe.
- Federn. Überdehnte Federn machen aus einem Fass einen „Seeper", der unvorhersehbar kleine Mengen abgibt. Bei einer Überholung gehören sie neu, nicht wiederverwendet.
- CO₂-Ventile. Ab etwa zehn Jahren beginnt das Gummi sich vom Metallkern zu lösen. Dann entstehen Bereiche, die sich nicht mehr reinigen lassen.
Steigrohre kürzen wir auf Maß
Ein Fitting passt nur, wenn die Steigrohrlänge zum Höhenmaß H3 des Fasses passt. Setzt das Rohr auf, stört es die Reinigung; ist es zu kurz, bleibt Bier im Fass. Bei Sonderbauformen und älteren Fässern stimmt die Standardlänge nicht immer.
Wir kürzen auf Maß – der Versandausgang verschiebt sich dadurch auf zwei bis drei Werktage. Wir brauchen dafür das Höhenmaß H3 des Fasses oder ersatzweise Bauform, Volumen und Hersteller. Mehr dazu.
Vierkantdichtung oder O-Ring?
Das ist die zweite Frage, die vor jeder Ersatzteilbestellung geklärt gehört. Gewindefittinge dichten mit einer aufliegenden Vierkantdichtung, gewindelose mit einem O-Ring – dazu kommen bei letzteren ein Sicherungsring und ein Originalitätsring, die es in der Gewindeversion gar nicht gibt.
Wer das verwechselt, bestellt Teile, die nicht passen. Woran Sie erkennen, welches System Sie haben.
Typ A und Typ G teilen sich das Lager
Flachfitting und Dreikantfitting sind innen baugleich. Dichtungen, Federn und Ventile sind zwischen beiden austauschbar – der Unterschied sind ein dreikantiges statt rundes Gehäuse, das einen anderen Zapfkopf verlangt. Wer beide Typen im Bestand hat, braucht dafür kein zweites Ersatzteillager.
Was nicht austauschbar ist: der Zapfkopf. Dafür ist die Dreikantform da.
Was Sie beim Einbau beachten müssen
Für geschraubte Fittings sind Anzugsmomente dokumentiert: anziehen mit rund 55 ft-lbs, das sind etwa 75 Nm, und nachziehen mit rund 35 ft-lbs, etwa 47 Nm. Zu geringes Moment und fehlendes Nachziehen sind zwei der vier Hauptursachen für Lecks an der Muffe.
Kein Schlagschrauber. Nicht beim Einbau und nicht beim Ausbau. Ein Muffengewinde hält bei sauberer Handhabung ein Fassleben lang – was es zerstört, sind Schlagimpulse und falsche Drehmomente, nicht die Zahl der Montagen.
Und vor jeder Arbeit am Fitting: entlasten. Nie annehmen, dass ein Fass drucklos ist – auch nicht, wenn es lange stand. Restbier und Temperaturwechsel bauen Druck wieder auf.
