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Fünf Fittingsysteme
Welches an Ihrem Fass sitzt, entscheidet darüber, welcher Zapfkopf passt. Der Gehäusedurchmesser verrät es in Sekunden – alles Weitere steht auf den Typseiten.
| Typ | Bezeichnung | Gehäuse Ø | Zapfkopf | Hauptmarkt |
|---|---|---|---|---|
| A | Flachfitting | 74,5 mm 68 mm nur mit Linksgewinde | aufschiebbar | Deutschland, Österreich, weite Teile Europas |
| S | Korbfitting | 50,8 mm · Gewinde 2″ × 14 TPI | verschraubbar | Benelux, Teile Frankreichs |
| M | Kombifitting | 74,5 mm | Kombi – passt auf nichts anderes | Sonderanwendungen |
| D | Draftfitting (Sankey) | US-Bauform | Draft | Nordamerika, international bei Exportgebinden |
| G | Dreikantfitting | 70 mm | Dreikant – passt nur auf G | dreilappiger Flansch statt rundem Gehäuse, sonst wie A |
Ø 74,5 mm Gehäuse
Flachfitting, Typ A
Der im deutschsprachigen Raum am weitesten verbreitete Typ. Erkennbar am Gehäusedurchmesser von 74,5 Millimetern und am aufschiebbaren Zapfkopf.
Zum Typ Asitzt in der Muffe
Korbfitting, Typ S
Der europäische Standard außerhalb des DACH-Raums. Kleineres Gehäuse, verschraubbarer Zapfkopf.
Zum Typ SØ 74,5 mm Gehäuse
Kombifitting, Typ M
Vereint Merkmale von Korb- und Flachfitting. Gleiches Gehäusemaß wie Typ A – aber ein eigener Zapfkopf.
Zum Typ MUS-Bauform
Draftfitting (Sankey), Typ D
Nordamerikanischer Standard, in Europa vor allem bei Exportgebinden. Der einzige Typ, für den öffentlich vollständige Prüfmaße dokumentiert sind.
Zum Typ DØ 70 mm über den dreilappigen Flansch
Dreikantfitting, Typ G
Technisch dasselbe Fitting wie Typ A – nur mit ein dreikantiges statt rundes Gehäuse, das einen anderen Zapfkopf verlangt. Das hat Folgen für Ersatzteile und für die Umrüstung.
Zum Typ GDer Unterschied, der in Sekunden zu messen ist
Flach und Korb lassen sich meist ohne Fachkenntnis unterscheiden: 74,5 Millimeter Gehäusedurchmesser heißt Flachfitting; sitzt über der Muffe gar kein Gehäuse, ist es ein Korbfitting. Ein Messschieber genügt – zwölf Millimeter Unterschied sieht man.
Zwei Ausnahmen gehören dazu, sonst wird die Regel gefährlich: Es gibt eine Flachfitting-Ausführung mit 68 mm – und die hat immer Linksgewinde, so wie umgekehrt jedes Linksgewinde-Flachfitting 68 mm misst. Mit 68 liegt sie näher am Korbfitting als am eigenen Standard, wird also leicht verwechselt. Und das Dreikantfitting hat dasselbe Maß wie das Flachfitting, ist aber am Gehäuse erkennbar: nicht rund, sondern dreikantig.
Und ein Hinweis, der viel Ärger erspart: Welches Fitting in ein Fass passt, entscheidet nicht das Fitting, sondern die Muffe. Sitzt dort das Standardgewinde, lassen sich alle gängigen Typen gegeneinander tauschen, ohne am Fass etwas zu ändern. Die neun Muffensysteme im Überblick.
Beim Kombifitting hilft das Maß nicht weiter, weil es dasselbe Gehäuse hat wie das Flachfitting. Hier entscheidet der Zapfkopf: Ein Kombi-Zapfkopf passt auf nichts anderes, und auf ein Kombifitting passt kein anderer.
Das Fitting ist kein Zubehör
Es ist die sicherheitskritische Verbindung zwischen Druckbehälter und Anlage, und es unterliegt eigenen Normen: DIN 3542 für die Fittings, DIN 32677 für die zugehörigen Zapfköpfe.
Dazu ein Bauteil, das regelmäßig unterschätzt wird: Der Sicherungsring ist ein Einwegteil. Er kommt bei den gewindelosen Systemen vor und hält dort das Fitting in der Muffe; bei jedem Ausbau gehören neue Ringe hinein, zusammen mit Dichtung und CO₂-Ventil. Beim eingeschraubten Fitting hält das Gewinde. Entlastet wird vor jedem Lösen, in beiden Fällen. Mehr dazu im Technikbereich.
