
Ein anderer Schadensfall
Bei einem PU-ummantelten Fass ist selten der Edelstahl das Problem. Kaputt geht der Mantel: Der Griff bricht aus, ein Stück Kopfring fehlt, das Polyurethan reißt an der Stelle, an der das Fass jahrelang auf die Kante gestellt wurde.
Das ist ärgerlich, weil ein solches Fass am Edelstahl gemessen völlig in Ordnung ist. Es wird trotzdem aussortiert – nicht weil es undicht wäre, sondern weil es sich nicht mehr sicher greifen und stapeln lässt.
Der Behälter ist heil, die Verpackung des Behälters ist es nicht.Genau dafür gibt es diesen Ablauf.
Wie wir das reparieren
Analyse und Demontage
Jedes Fass wird untersucht und der Schaden dokumentiert: Mantel, Griffe, Kopf- und Fußring. Lose Bruchstücke werden entfernt, damit die neue Masse sauber anbindet.
Mantel im Gussverfahren auffüllen
Rissige oder fehlende Mantelstücke werden mit PU-Schaum aufgefüllt und verklebt. Nach dem Aushärten trägt die Stelle wieder.
Griffe und Ringe erneuern
Beschädigte Griffe werden durch neue PU-Elemente ersetzt. Ist ein Kopf- oder Fußring zu stark beschädigt, tauschen wir ihn komplett gegen einen neuen.
Finish und Qualitätskontrolle
Oberfläche behandeln, auf Wunsch neu lackieren oder branden. Anschließend läuft das Fass durch dieselbe Dichtheits- und Funktionsprüfung wie jedes andere.
Beim Polieren des Mantels wird der alte Schriftzug abgetragen. Wasser läuft dabei durchgehend mit, damit der Schleifstaub sofort gebunden wird und nicht in die Luft geht.
Was sich dabei gut mitnehmen lässt
Wenn ein Fass ohnehin zerlegt auf dem Tisch liegt, ist der Aufwand für zwei weitere Schritte gering: ein RFID-Transponder, der unter dem Mantel sitzt und von außen unsichtbar bleibt, oder ein vollständiges Rebranding. Beides einzeln zu beauftragen kostet mehr als beides zusammen.
Grenzen und eine offene Frage
Wo wir abraten. Wenn der Mantel großflächig zerstört ist – nicht ein Griff, sondern die halbe Zarge – wird die Reparatur teurer als ein Austauschfass aus dem Bestand. Das sagen wir dann auch, statt es trotzdem zu machen.
Was am Lebensende passiert, wissen wir nicht genau. PU-ummantelte Fässer sind ein Verbund aus Edelstahl und Kunststoff. Der Schredder ist laut Bundesvereinigung Deutscher Stahlrecycling- und Entsorgungsunternehmen das Verfahren, das Verbundwerkstoffe trennt – für PU-Kegs wäre das also der naheliegende Weg. Belegt haben wir das nicht. Weder ein Hersteller noch ein Recycler hat dazu etwas veröffentlicht, das wir zitieren könnten.
Genau deshalb ist die Reparatur bei dieser Bauart nicht nur die günstigere, sondern auch die sauberere Entscheidung: Sie verschiebt eine Frage, auf die es derzeit keine belastbare Antwort gibt.
Wie viele sind es und was fehlt?
Ein paar Fotos vom Schadensbild reichen für eine erste Einschätzung. Bei größeren Posten holen wir ab.
