Anlage und Bier
Die Temperatur im Fass, nicht die am Zapfhahn. Bei einer Durchlaufkühlung ist das die Temperatur vor dem Kühler – also oft Kellertemperatur, nicht Ausschanktemperatur.
Diesen Wert gibt die Brauerei an. Faustzahlen aus dem Netz gehen für Weizen- und untergärige Biere weit auseinander – fragen Sie nach, statt zu raten.
Widerstandswerte nach braumagazin.de. Der Sprung von 7 auf 4 mm ist der Grund, warum kurze dünne Schläuche funktionieren und lange nicht.
Positiv, wenn der Hahn höher steht als das Fass. 0,1 bar je Meter.
Ergebnis
- Sättigungsdruck bei –
- Reibungsverlust in der Leitung–
- Förderhöhe–
- Sicherheitszuschlag–
- Anstelldruck–
Der Sättigungsdruck allein ist der Druck, der das Bier im Fass hält, ohne dass es CO2 verliert oder aufnimmt. Alles darüber dient nur dazu, es durch die Leitung zu bekommen.
Sättigungsdruck über der Temperatur
Bei gleichbleibendem CO2-Gehalt. Der Punkt markiert Ihre Einstellung.
Warum das die häufigste Fehlerquelle ist
Ein zu niedriger Anstelldruck fällt zuerst gar nicht auf. Das Bier läuft, es schmeckt, alles gut. Über Stunden entweicht aber CO2 aus dem Bier in den Kopfraum, weil der anliegende Druck unter dem Sättigungsdruck liegt. Am zweiten Tag ist das Fass schal, am dritten schäumt es beim Zapfen – weil das ausgetriebene Gas in der Leitung ausperlt.
Ein zu hoher Druck macht dasselbe umgekehrt: Das Bier nimmt Gas auf, wird spritzig bis stechend, und der Schaum steht im Glas, bevor Bier darunter ist. Beide Fehler sehen im Glas gleich aus. Unterscheiden lassen sie sich nur über die Zeit – und über die Rechnung oben.
Kommt rechnerisch ein Anstelldruck über etwa 3 bar heraus, ist die Anlage falsch ausgelegt, nicht das Bier. Der zulässige Betriebsüberdruck ist am Fass eingeprägt und liegt bei Bierfässern bei höchstens 3,5 bar; die gängigen Fittings sind für einen Arbeitsdruck bis rund 3 bar ausgelegt.
Die Lösung ist dann nie „mehr Druck“, sondern kürzere oder dickere Leitung, kälteres Bier oder ein Kompensatorhahn. Wer stattdessen aufdreht, karbonisiert das Fass über und belastet Dichtung und Fitting.
Die verwendeten Formeln
| Größe | Rechnung | Herkunft |
|---|---|---|
| Sättigungsdruck | CO2 [g/l] = (p + 1,013) · e(−10,73797 + 2617,25/(T + 273,15)) · 10, nach p aufgelöst | Empirische Anpassung an Karbonisierungstabellen (Braukaiser), verbreitet in deutschen Brauwerkzeugen |
| Reibungsverlust | Länge × Widerstand je Meter | 0,72 / 0,05 / 0,01 bar/m für 4 / 7 / 10 mm, braumagazin.de |
| Förderhöhe | Höhe × 0,1 bar/m | braumagazin.de |
| Zuschlag | 0,1 bis 0,2 bar | braumagazin.de, Erfahrungswert |
Die beiden Quellen sind voneinander unabhängig und stimmen an der Stelle überein, an der sich das prüfen lässt: Für 5 g/l bei 10 °C nennt braumagazin.de „etwas über 1,2 bar“, die Formel liefert 1,22 bar.
Ein einfacher Kolbenschankhahn arbeitet nach braumagazin.de nur bei Drücken zwischen etwa 0,4 und 0,6 bar am Hahn wirklich gut. Liegt der Druck dort deutlich höher, schäumt das Bier durch den plötzlichen Druckabbau. Abhilfe: eine Beruhigungsschlange, die den Überdruck über Reibung abbaut, oder ein Kompensatorhahn, der das innerhalb der Armatur erledigt.
Was dieses Werkzeug nicht kann
Es rechnet mit dem Gleichgewichtszustand. Wie schnell sich dieser einstellt, hängt an der Oberfläche zwischen Gas und Bier und an der Bewegung im Fass – ein frisch angeschlossenes Fass braucht Stunden, kein frisch eingestellter Druck wirkt sofort.
Nicht berücksichtigt sind außerdem Armaturen, Bögen, Kompensatorhähne, Zapfköpfe und Kühlschlangen. Jedes dieser Teile hat einen eigenen Widerstand. Für die Auslegung einer gewerblichen Schankanlage gehört ein Fachbetrieb dazu, nicht ein Rechner im Browser.
