Die drei Wege
Sie unterscheiden sich nicht im Preis, sondern darin, wann das Geld fließt und wer das Risiko trägt.
Kauf
Weg A · Eigentum
Sie kaufen neu und besitzen die Fässer. Das Kapital ist gebunden, dafür sinken die laufenden Kosten mit jedem Jahr Nutzung.
- Höchste Anfangsinvestition
- Sie tragen Verlust und Wartung
- Nach der Abschreibung fast kostenlos
Miete
Weg B · Nutzung auf Zeit
Sie zahlen je Fass und Monat. Kein gebundenes Kapital, planbare Kosten, Wartung enthalten – und die Flotte lässt sich saisonal anpassen.
- Keine Anfangsinvestition
- Wartung und Aufarbeitung enthalten
- Verlustregelung steht im Vertrag
Aufarbeitung
Weg C · Bestand erhalten
Sie behalten die vorhandenen Fässer und lassen sie instand setzen. Die teuerste Position – der Behälter selbst – ist längst bezahlt.
- Nur die Arbeit wird bezahlt
- Setzt gesunden Bestand voraus
- Der Weg, den sonst niemand vorrechnet
Der dritte Weg fehlt in allen Vergleichen, die uns bekannt sind. Das ist kein Zufall: Wer Fässer verkauft oder vermietet, hat wenig Anlass, die Variante durchzurechnen, bei der der Kunde gar nichts Neues braucht. Genau deshalb steht sie hier gleichberechtigt daneben.
Der Rechner
Alle Felder sind überschreibbar. Gelb umrandete Werte sind Annahmen oder Fremdpreise – die sollten Sie zuerst durch Ihre eigenen ersetzen.
Mietstaffel wählen – € je Keg und Monat, je nach Mietdauer. Die Werte stammen aus der öffentlichen Preisliste von Keg Rental.
Ihre Zahlen
Netto, ohne Umsatzsteuer. Die Voreinstellungen beziehen sich auf ein EURO-Keg 30 l.
Kosten je Fass und Jahr
Und was heißt das je Füllung?
Die Zahl, in der Brauereien tatsächlich rechnen – Jahreskosten geteilt durch Umläufe.
Woraus sich die Kosten zusammensetzen
€ je Fass und Jahr, aufgeschlüsselt
Vollständige Aufschlüsselung
| Position | Kauf | Miete | Aufarbeitung |
|---|
Warum die Miete teurer aussieht – und wann sie trotzdem richtig ist
Bei ganzjähriger Nutzung über viele Jahre gewinnt der Kauf rechnerisch fast immer. Das ist keine Schwäche der Miete, sondern der Punkt.
Ein Fass für 83 €, das dreißig Jahre läuft, kostet in der Abschreibung unter drei Euro im Jahr. Gegen diese Zahl kommt keine Mietrate an, und keine soll es. Eine amerikanische Fachpublikation rechnet dasselbe Verhältnis vor: rund 5 USD Jahreskosten für ein gekauftes Fass gegen rund 47 USD Leasingrate. Wer die Miete am Gesamtbetrag misst, misst die falsche Größe.
Was Sie mit der Miete tatsächlich kaufen, steht in keiner der drei Summen oben:
Kein gebundenes Kapital
Die Anfangsinvestition entfällt vollständig. Für eine Brauerei, deren Geld in Tanks, Rohstoffen oder Wachstum besser aufgehoben ist als in Edelstahlbehältern, ist das der eigentliche Grund zu mieten – nicht der Preis.
Bezahlt wird nur die Saison
Setzen Sie die Mietmonate auf Ihren tatsächlichen Bedarf. Wer Spitzen abdeckt, mietet vier Monate und zahlt vier Monate. Eigene Fässer kosten zwölf Monate, auch wenn sie acht davon in der Halle stehen.
Kein Instandhaltungsrisiko
Wartung, Reinigung und Aufarbeitung sind in der Rate enthalten. Beim Kauf sind sie Ihre Aufgabe – und die Herstellergarantie verlangt sie ausdrücklich alle sieben Jahre.
Skalierbar in beide Richtungen
Eine gekaufte Flotte lässt sich schnell vergrößern und nur schlecht verkleinern. Eine gemietete atmet mit dem Absatz. Bei unsicherer Nachfrage ist das mehr wert als die Differenz in der Jahressumme.
Die ehrliche Faustregel
Planbarer Grundbedarf über Jahre: kaufen – oder, wenn Sie schon Fässer haben, aufarbeiten. Saisonspitze, Testmarkt, unsichere Nachfrage, knappes Kapital: mieten. Die meisten Betriebe brauchen beides: einen eigenen Grundstock und eine gemietete Spitze.
Was der Rechner klar zeigt: Wenn Sie bereits Fässer besitzen, ist Aufarbeitung nahezu immer der günstigste Weg. Der Behälter ist bezahlt, nur die Arbeit fällt an. Das gilt so lange, wie Hals und Muffe in Ordnung sind – und das sind sie öfter, als die Optik vermuten lässt.
Was dieser Rechner nicht kann
Jeder Vergleichsrechner trifft Annahmen. Diese hier stehen offen da, damit Sie sie prüfen und nicht glauben müssen.
Was bewusst draußen bleibt
Reinigung und Abfüllung je Umlauf. Die fallen in allen drei Wegen an und in ähnlicher Höhe – sie würden alle drei Spalten um denselben Betrag erhöhen und am Vergleich nichts ändern. Für Ihre Vollkostenrechnung fehlen sie trotzdem.
Logistik, Lagerfläche, Handling und Pfandverwaltung. Diese Kosten unterscheiden sich zwischen den Wegen sehr wohl, hängen aber vollständig von Ihrem Betrieb ab. Ein pauschaler Wert wäre hier eine erfundene Zahl.
Steuerliche Behandlung. Kauf ist Anlagevermögen mit Abschreibung, Miete ist sofort abzugsfähiger Aufwand. Je nach Ergebnislage kann das die Rangfolge verschieben. Das gehört zum Steuerberater, nicht in einen Webrechner.
Wie gerechnet wird
Kapitalkosten werden auf das durchschnittlich gebundene Kapital gerechnet, also auf den halben Anschaffungswert – bei linearer Abschreibung ist das der übliche Ansatz. Wer mit Fremdkapital finanziert, setzt statt des Kalkulationszinses den tatsächlichen Zinssatz ein.
Der Schwund wird nach Ihrem Exportanteil gewichtet und mit dem Wiederbeschaffungswert bewertet – beim Kauf mit dem Neupreis, bei der Aufarbeitung mit dem Preis eines generalüberholten Fasses. Das ist der Grund, warum Verluste im Weg C weniger wehtun: Sie ersetzen ein gebrauchtes Fass, kein neues.
Abschreibung und Schwund überschneiden sich leicht. Die Abschreibung unterstellt, dass ein Fass die volle Nutzungsdauer erlebt, der Schwund rechnet gleichzeitig mit Verlusten. Das überzeichnet die Kaufseite geringfügig – also zu Lasten des Kaufs, nicht zu seinen Gunsten. Wir lassen es bewusst so stehen.
Der Break-even vergleicht Zahlungsströme, nicht Buchwerte. Er fragt: Ab welchem Monat hat die Miete insgesamt mehr Geld gekostet als der Kauf? Die Abschreibung bleibt dabei außen vor, weil sie kein Geld ist. Der Restwert des gekauften Fasses ebenfalls – er verbessert die Kaufseite zusätzlich.
Die Verlustquote ist der empfindlichste Wert
Sie entscheidet den Vergleich stärker als jede andere Eingabe – und sie ist die Zahl, die am seltensten sauber erhoben wird. Eine US-Fachpublikation nennt für den dortigen Markt 10 bis 15 % jährlich. Das ist auf Europa nicht übertragbar, weil hier ein funktionierendes Pfandsystem dagegensteht. Wir haben deshalb bewusst deutlich niedriger voreingestellt.
Wenn Sie Ihre eigene Quote nicht kennen, ist das das erste Problem, nicht der Rechner. Zählen Sie einmal: Bestand am Jahresanfang, Zukäufe, Bestand am Jahresende. Die Differenz ist Ihre Quote. Setzen Sie hier probeweise 3, 8 und 15 % ein – wenn die Rangfolge kippt, wissen Sie, wie viel diese eine Zahl wert ist.
Woher die Voreinstellungen stammen
| Wert | Voreinstellung | Herkunft | Belastbarkeit |
|---|---|---|---|
| Neupreis EURO-Keg 30 l mit Fitting | 83,00 € | Öffentliche Preisliste eines deutschen Keg-Großhändlers, Staffel 82,00 € ab 13 und 81,00 € ab 49 Stück | gelistet |
| Vergleichswert DIN 30 l, ohne Fitting | 95,50 € | Zweiter deutscher Anbieter, Fitting separat | gelistet |
| Mietstaffel | 10,00 bis 2,50 € | Öffentliche Preisliste Keg Rental Service, je Fass und Monat, inkl. Lieferung, Abholung, Reinigung, Aufarbeitung und Wartung normalen Verschleißes | gelistet |
| Generalüberholtes Fass | 60,00 € | Platzhalter für die Rechnung. Wir nennen auf der Website keinen Listenpreis – maßgeblich ist der Shop (Kleinmengen) oder ein Angebot (größere Mengen) | Annahme, bitte ersetzen |
| Aufarbeitung je Fass | 5,90 € | Öffentlich gelisteter Einstiegspreis eines Mitbewerbers für ein Komplettpaket | Fremdpreis, Umfang prüfen |
| Nutzungsdauer 30 Jahre | 30 | Herstellergarantie auf Schweißnahtdichtheit und Korrosionsschutz bei siebenjährigem Wartungsintervall; Brewers Association nennt 10 bis 30 Jahre | herstellerseitig zugesagt |
| Wartungsintervall 7 Jahre | 7 | Bedingung derselben Herstellergarantie: Sichtprüfung aller Außennähte, Druckprüfung bis 6 bar, Richten von Hals und Stapelrändern | dokumentiert |
| Umläufe je Fass und Jahr | 5 | Die unabhängige Ökobilanz rechnet mit 5,5 bei Craft-Brauereien, eine ältere Arbeit mit 3,6. Beides sind Modellannahmen | Spanne, kein Messwert |
| Verlustquote Inland / Export | 3 / 8 % | Eigene konservative Setzung. Die einzige öffentliche Zahl nennt 10 bis 15 % für den US-Markt ohne vergleichbares Pfandsystem | Annahme, bitte ersetzen |
| Kalkulationszins | 6 % | Übliche Größenordnung für kalkulatorische Zinsen im Mittelstand | Konvention |
Zwei Werte sollten Sie durch eigene ersetzen. Erstens den Preis für die reine Aufarbeitung: Voreingestellt sind 5,90 € je Keg, das ist ein öffentlich gelistetes Komplettpaket und keine Zusage über unseren Preis. Zweitens, falls sie abweicht, Ihre tatsächliche Verlustquote aus der Bestandsdifferenz des letzten Jahres. Für eine Zahl auf Ihre Menge und Bauform sprechen Sie uns an.
